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a, geboren hat man den Herrn Poppe. Und zwar mitten in die niedersächsische Provinz, Lohne, im
November 1975. Da lässt es sich gut leben, in Lohne, als Kind, als junger Mensch, bis zum Abitur. Danach, warum nicht,
zum Studium in die sächsische Provinz. Leipzig, sieben Jahre lang. Auch da lässt es sich gut leben zu gut, vielleicht,
fürs Studium. Nach zu viel Kino und zu wenig Hörsaal der logische Schritt: Berlin. Für vier Jahre. Keine Provinz. Diesmal
zum Studieren eben, aber an der Filmhochschule, damit keine Missverständnisse aufkommen. Folglich in Berlin gut gelebt und
konsequent zu Ende studiert. Seit September 2007 deswegen Diplom Film- und Fernsehdramaturg und Drehbuchautor, auf dem Papier.
Eher allerdings: Kabarettist, Comedian, Autor. Diese Entwicklung hat natürlich eine Geschichte. Wer die nicht lesen will, kann
sich die volle Dröhnung Daten geben. Wer sie lesen will, kann hier das Leben lesen:
In Leipzig, da wo es sich gut leben lässt, wohnte zwei Stockwerke über dem Herrn Poppe und seiner WG ein verrücktes Paar aus Düsseldorf, das eine Literaturzeitschrift veröffentlichte, die den wenig verkaufsfördernden Namen "ejaculata" trug. Seitenweise Texte, schlechte und rechte, lagen in Schreibtischschubladen vom Herrn Poppe und damit sie dort nicht vergammelten, brachte Herr Poppe sie zwei Stockwerke höher. Die Texte wurden prompt veröffentlicht und Herr Poppe durfte auf der Lesebühne in der Leipziger Moritzbastei seine eigenen Texte vortragen. Das hat ihm Spaß gemacht und da das Publikum lachte (wohl in dem Glauben, sämtliche Werke seien Satire), hat er es noch mal getan. Und wieder. Und noch mal. Irgendwann sogar frei und nicht vom Blatt und keine Gedichte, sondern politische Satire. Die Zeitschrift wurde umbenannt in "artefact" und zwei Ausgaben später eingestellt. War trotzdem schön, die Zeit. Alleine weitermachen? Klar. Neben dem Studium eben. Herr Poppe tritt mal hier, mal dort auf. Mal kurz, manchmal sogar länger. Mit Texten, Geschichten, Sketchen. Komischen Monatsrückblicken in zu warmen Sommermonaten Bis ihn das Gewissen plagt und das Leipziger Studentensekretariat. Also endlich mal wieder einer, der aus dem Osten flieht. Allerdings in den Osten: nach Berlin und nach Potsdam, an die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", wo das Aufnahmegespräch so souverän gewesen sein muss, dass man Herrn Poppe aufnahm. Dramaturgie und Drehbuch studiert, dabei so viele Filme gesehen und so viel über Filme gelernt, dass er seit Jahren kein Kino mehr von innen gesehen hat. Daraus folgernd: Bühne ist doch am Geilsten. Also hat Herr Poppe zum Diplom zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und sich mit dem politischen Kabarett im deutschen Fernsehen befasst. Und weil es gerade so lief, gleich sein erstes abendfüllendes Programm draufgepackt. Es heißt "Ende der Probezeit". Und das ist auch irgendwie logisch. Abschließend: Herr Poppe ist verliebt und weil seine Liebe aus Baden kommt, ihn in Berlin kennen gelernt hat und jetzt in Schwaben arbeitet, lebt er in Ravensburg. Oberschwäbische Provinz. So ist das eben, im Leben. |
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